Fehlende Wertschätzung der Pflegewissenschaft?

Das Ziel der Politik ist die Akademisierungsquote in der Pflege anzuheben, dies spiegelt sich aber nicht in den pflegewissenschaftlichen Fakultäten wider, die es in Deutschland gibt. International soll die Akademisierungsquote auf 15-20 Prozent angehoben werden in der Pflege. Hier sieht man, dass Deutschland sehr weit dieser Prozentzahl hinterherhinkt, mit nur etwa einem Prozent.

Die Philosophisch-Theologische Hochschule Vallendar aus Rheinland-Pfalz hatte bislang als einziger privater Träger eine pflegewissenschaftliche Fakultät vorzuweisen. Diese wurde nun jedoch aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen. An staatlichen Universitäten und Hochschulen gibt es keine pflegewissenschaftlichen Fakultäten, stattdessen gehören die Pflegestudien zu anderen Fakultäten. Hier wird eine erhöhte Wertschätzung gefordert und verschiedene Forderungen aufgestellt:

Die praktischen Ausbildungszeiten sollen Im Rahmen der Pflegestudiengänge vergütet werden. Hierdurch sollen mehr Studierende für die Pflege gewonnen werden. Zudem steht die Vergütung der Qualifikation der Praxisanleitenden im Vordergrund. Ein weiterer Punkt ist, dass an gewissen Hochschulen im Fach Pflege Lehrende ausgebildet werden, wo es keine Professur für Pflegewissenschaften als Hauptfach gibt.

Um die Qualität in der Pflege anzuheben und generell mehr Menschen für diesen Bereich zu gewinnen, muss die Anzahl an Lehrenden und Studienplätzen erhöht werden.

In Verbindung mit der Generalistik, die eingeführt wurde, um die Anforderungen für Bildungseinrichtungen und Auszubildende zu erhöhen, ist es wichtig, dass ein Lehrer-Schüler-Verhältnis vorliegt. Um dies jedoch vorweisen zu können, müsse die Anzahl an Lehrenden erhöht werden. Ohne eine Erhöhung der Anzahl an Lehrenden wird es problematisch, die Anzahl an Auszubildenden in der Pflege zu erhöhen.

Dies zeigt, die Wichtigkeit der Akademisierungsquote. Wir sind gespannt, wie sich die Bundesländer hierfür einsetzen und wie es sich in der laufenden Zeit verändern wird.


Quelle: Ärzteblatt

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