Verkürzung der Pflegeausbildung?

Aktualisiert: Juli 2

In der Pflege liegt ein bundesweiter Personalmangel vor. Dies hat Folgen für die Arbeitsbedingungen der vorhandenen Pflegekräfte, die diesen Personalmangel zum Teil mit Überstunden ausgleichen müssen. Im Bundesland Niedersachsen sind 4600 Stellen im Bereich der Pflege unbesetzt. Diese sollen nun mithilfe einer bestimmten Maßnahme besetzt werden. Landesgesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) und Kulturminister von Niedersachsen Grant Hendrik Tonne (SPD) teilten mit, dass geplant ist, die Ausbildung zum Assistenten im Bereich der Pflege zu verkürzen. Die Ausbildung soll statt wie zuvor zwei Jahren auf ein Jahr verkürzt werden. Diese Änderung soll ab dem 1. August bereits in Kraft treten. Voraussetzung für die Verkürzung der Ausbildung ist, dass die Auszubildenden bereits eine dreijährige Berufsausbildung absolviert haben. Des Weiteren zählen weitere pflegerische Berufserfahrungen als Nachweis, zum Beispiel die Absolvierung eines Bundesfreiwilligendienstes in der Pflege.

Das Ziel ist, den Wechsel in den Bereich der Pflege zu erleichtern. Arbeitskräfte, die zum Beispiel durch die Corona-Pandemie ihren Arbeitsplatz verloren haben, können sich nun umorientieren und schneller Fuß fassen im Pflegebereich. Durch den Zuwachs an Pflegekräften werden indirekt auch die Arbeitsbedingungen in der Pflege verbessert, so Landesgesundheitsministerin Behrens.

Diese Änderung der Ausbildungsdauer stößt zum Teil auf heftige Kritik im Gesundheitswesen. Der deutsche Berufsverband für Pflegeberufe sieht die verkürzte Ausbildung als große Gefahr an. Der Geschäftsführer Herr Zieger sieht das Problem darin, dass wichtige Inhalte der Ausbildung nicht innerhalb eines Jahres vermittelt werden können. Er sieht zudem nicht das Fehlen von Assistenzkräften als Problem an, sondern den Mangel an Pflegefachkräften, welche eine dreijährige Pflegeausbildung abgeschlossen haben müssen.

Wie sehen Sie die Änderung der Dauer der Ausbildung zur Assistenzkraft in der Pflege? Wir sind gespannt, ob dies langfristig von Erfolg ist und den Personalmangel qualitativ reduzieren kann.


Quelle: Kreiszeitung

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