Wie kann man Menschen mit Demenz ansprechen?

Es ist oftmals schwierig, Menschen mit Demenz anzusprechen und ein Gespräch aufzubauen, da die Sprachebene bereits in frühen Stadien der Erkrankung beeinflusst wird. Das Verständnis von komplexen Sätzen bereitet zunehmend Probleme, ebenso wie der eigene Ausdruck von Erlebtem und das Finden von Worten. Alleine das Ansprechen einer Person, die gedanklich in einer gänzlich anderen Situation ist, gestaltet sich häufig als schwierig und führt zu Konflikten.

Die 10 Grundsätze der Validation nach Naomi Feil helfen Pflegenden, sich den Gründen für Konflikten bewusst zu werden und mit Wertschätzung auf herausforderndes Verhalten zu reagieren.

Hilfreich ist auch die Kenntnis der verschiedenen Phasen einer dementiellen Erkrankung, in der nicht abgeschlossene Lebensereignisse verarbeitet werden. Sie reichen von einer oftmals unglücklichen Phase der mangelhaften Orientierung (Phase 1) zu einer Phase der Zeitverwirrtheit (Phase 2). Daran anschließend vollzieht sich die eine Phase mit wiederholenden Bewegungen (Phase 3), in der sich die Person weiter von der Realität entfernt. Endstadium ist eine vegetative Phase, in der sich die demente Person zunehmend verschließt und hauptsächlich über die non-verbale Ebene (Berührungen, Anerkennung, Fürsorge) erreicht werden kann.

Die Kenntnis dieser Phasen ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Kommunikation - in der Praxis ist dies oft schwieriger umzusetzen, als es klingt. Auch in stressigen Situationen ist es wichtig, nicht belehrend und genervt zu reagieren, sondern die Pflegebedürftigen bestmöglich in „ihrer Welt“ abzuholen und Verständnis zu zeigen. In der Psychologie wird dies als „klientenbezogene Gesprächsführung“ bezeichnet und besteht aus den drei grundlegenden Säulen Empathie, Authentizität und Akzeptanz.


Wie sie diese Säulen in Alltagssituationen erfolgreich umsetzen, erfahren Sie in unserem Seminartag zu „Kommunikation“ der Seminarreihe „Umgang mit Demenz“ am 04.09.2021 in Dortmund durch wertvolle Praxis-Tipps unserer erfahrenen DozentInnen. Hier geht es zur Anmeldung!


Quelle: Ärzteblatt

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