Die Jugend von heute geht ja gar nicht!!! Ja, und die Alten sind noch schlimmer!

Aktualisiert: Apr 29

Missverständnisse und Konflikte zwischen Generationen gibt es schon ewig. Die Aussagen ähneln sich dabei immer sehr stark. Die Jugend kehrt sich von Traditionen ab und – wenn man einigen Aussagen glaubt – führt das Ende der Welt herbei. Die Älteren hingegen sind verbohrt und wollen keine Veränderungen. Glücklicherweise ist die Wahrheit eine andere. Natürlich verändern sich Menschen von Generation zu Generation. Dafür gibt es auch bestimmte Gründe, die noch stärker sind, als der Wunsch „nicht so zu sein, wie die eigenen Eltern“. Vielmehr prägen die eigenen Erfahrungen sowie das politische, kulturelle und soziale Umfeld natürlich die eigenen Einstellungen oder Überzeugungen. Sehr deutlich wird dies am Beispiel der Nachkriegsgeneration. Diese haben zum großen Teil Hunger erlebt – dementsprechend erklärt sich auch der Umgang mit Lebensmitteln, den wir täglich in der Versorgung erleben.

Ganz wichtig ist natürlich: Es handelt sich um Daumenregeln und nicht um absolute Aussagen.





Einstellung zur Arbeit wandelt sich

Eine weitere Änderung, die viele wahrnehmen, ist die Einstellung zur Arbeit. Der Generation der Babyboomer (1946-1964) sagt man eine große Ernsthaftigkeit bei der Arbeit nach. Sie stellt also einen wichtigen Baustein im Leben dar und materielle Werte wie Einkommen oder Karriere sind klar angestrebte Ziele. Als Leitsatz kann man sich „Leben, um zu arbeiten“ gut merken. Die jüngeren Generationen hingegen streben nicht mehr so häufig nach diesen eher materiellen Werten. Viel wichtiger wird es, einen guten Arbeitsplatz und ein ausgeglichenes Leben zu haben (Modewort „Work-Life-Balance“). Ein „guter“ Arbeitsplatz ist vor allem durch ein gutes Team, ein abwechslungsreicher Arbeitsalltag und Sinnhaftigkeit gesehen. Man erkennt auf den ersten Blick, dass hier ein riesiges Konfliktpotenzial auf uns wartet. Dies sollten auch Praxisanleitende immer im Hinterkopf haben. Nicht nur, wenn Konflikte auftreten, sondern auch, wenn es um die Motivation geht. Dazu gleich mehr. Zuerst müssen wir einen eindeutigen Hinweis einbauen:


Geld ist nicht alles – aber ein Grundbaustein!

Man sieht schon, dass Geld nicht alles ist. Es kommt auch auf andere Aspekte an: Wertschätzung, Entwicklung und die Work-Life-Balance. Dies stellt Einrichtungen natürlich vor Herausforderungen – was neu ist, ist ja erstmal anstrengend. Dennoch haben Einrichtungen keine andere Wahl, wenn sie am Markt bestehen wollen. Sehen Sie dies also eher als Chance. Sie können alte Strukturen überdenken und für das ganze Team zum positiven Entwickeln.

Bei dem ganzen Fokus auf immaterielle Vergütung darf natürlich der Blick auf das Geld nicht verloren gehen. Auch wenn sich die Einstellung zur Arbeit ändert, ist die Grundlage immer noch die Vergütung. Alles andere ist quasi als „Bonus“ zusätzlich zu sehen.


Was bedeuten diese Veränderungen denn jetzt für die Praxisanleitung? Ziemlich viel sogar. Wir möchten Ihnen zwei Tipps mitgeben.


Tipp 1: Finden Sie individuell heraus, was motiviert

Motivation ist der Schlüssel zum erfolgreichen Lernen! Machen Sie sich dies immer wieder bewusst. Versuchen Sie, im Erstgespräch die Motivation der SchülerIn herauszufinden. Dazu können folgende Leitfragen dienen:

- Warum macht die Person die Ausbildung?

- Was möchte die Person auf Ihrer Station / Wohnbereich lernen?

- In welchen Fachbereich möchte der/die SchülerIn später?

Wenn Sie die Grundmotivation kennen, wird es Ihnen viel einfacher fallen, zusammen mit dem/der SchülerIn Lernerfolge zu erzielen.


Tipp 2: Passen Sie die Lernmethoden individuell an

Erinnern Sie sich mal an Ihre Weiterbildung in der Praxisanleitung zurück. Dort haben Sie verschiedene Lerntypen kennengelernt. Berücksichtigen Sie diese, wie Sie es mal gelernt haben? Viele Praxisanleitende vergessen im stressigen Alltag wieder, dass es verschiedene Lerntypen gibt, die angesprochen werden sollen. Überdenken Sie, ob Sie wirklich alle Lerntypen gut ansprechen. Eine gute Lernmöglichkeit stellen frei verfügbare Lernvideos dar. Schauen Sie ebenfalls nach 3D-Apps auf Ihrem Smartphone. Diese modernen Möglichkeiten motivieren SchülerInnen häufig zusätzlich.


Sie merken, dass der Wandel in den Generationen auch Sie in der Praxisanleitung betrifft. Stellen Sie sich jetzt darauf ein – Ihr Team wird es Ihnen danken.


Übrigens: Wenn Sie mehr erfahren möchten, wie Praxisanleitende mit verschiedenen Generationen umgehen können, besuchen Sie doch unser Online-Seminar mit dem passenden Titel „Individuelle Anleitung: Generationsunterschiede“. Dort geben wir Ihnen konkrete Maßnahmen zur Bewältigung von Herausforderungen beim Umgang mit verschiedenen Generationen.

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