Praxisanleitung – eine Facharbeit ist doch gar nicht so kompliziert

Aktualisiert: Apr 29

Beraten und anleiten gehört für Pflegende zum praktischen Alltag dazu. Viele arbeiten auch gerne mit Schülerinnen und Schülern, um ihre Erfahrung und natürlich das fachpraktische Wissen weiterzugeben. Natürlich benötigt es noch ganz andere Kompetenzen, um Schülerinnen und Schüler auf ihren Alltag vorzubereiten. Daher ist es mittlerweile Grundvoraussetzung, dass in der Einrichtung Praxisanleiterinnen und -anleiter mit einer entsprechenden Weiterbildung arbeiten – und, dass sie 10% ihrer Zeit mit den Schülerinnen und Schüler verbringen. Um diese Personengruppe möchten wir uns etwas genauer kümmern und wertvolle Tipps und Tricks mit auf den Weg geben. Wer mehr Informationen benötigt, kann sich natürlich gerne bei unseren Seminaren umschauen. Dort gibt es auch eine Veranstaltung, wo wir die relevantesten Veränderungen durch die Pflegeberufereform seit 2020 vorstellen.

In den weiteren Einträgen begleiten wir Susanne Becker. Sie ist gelernte Gesundheits- und Krankenpflegerin, 29 Jahre alt und hat nach Ihrer Ausbildung in verschiedenen Bereichen gearbeitet. Derzeit arbeitet sie in einem Pflegeheim auf einem Wohnbereich, der sich auf Demenzerkrankte spezialisiert hat. Frau Becker macht der Beruf wahnsinnig Spaß und sie geht trotz der widrigen Umstände gerne zur Arbeit. In ihrer Ausbildung hat sie natürlich das notwendige Handwerkszeug und Schlüsselkompetenzen mitbekommen. Sie stört aber bis heute, dass ihre Anleiterin ihr die Begeisterung für den Beruf nicht so recht vermitteln konnte. Das möchte Frau Becker ändern. Daher spricht sie mir ihrer WBL und PDL und lässt sich zur Praxisanleiterin ausbilden. Im Rahmen der Weiterbildung muss sie eine Facharbeit schreiben – eine ganz schöne Herausforderung für Frau Becker. Glücklicherweise hat sich Frau Becker vorher unsere Tipps durchgelesen und startet daher ganz entspannt in die Facharbeit.



Tipp 1: Nutzen Sie die automatische Erstellung des Inhaltsverzeichnisses

Viele Schreibprogramme bieten die Möglichkeiten, Formatvorlagen zu nutzen. So können Textstellen automatisch als Überschriften markiert werden. Dies ist unfassbar nützlich, da das Programm anschließend das Inhaltsverzeichnis inklusive Seitenzahl automatisch erstellen kann. Klassische Programme wie Microsoft Word (Windows), Pages (Mac) oder Google Docs haben diese Funktion auf jeden Fall. Wir haben Ihnen die Erklärungen zu dieser Funktion jeweils hinterlegt – zu diesem Tipp gibt es auch viele YouTube-Videos.


Tipp 2: Suchen Sie Quellen mit Google Scholar

Frau Becker stellt sich bei der Bearbeitung auch die Frage, wo sie gute Literatur herbekommt. In ihrer Ausbildung hat sie mit den eigenen Unterlagen aus dem Unterricht aus der Pflegeschule gelernt. Für eine Facharbeit findet sie dies aber nicht ausreichend. Sie möchte sich auch nicht verschiedene Lehrbücher bestellen – schließlich geht das ganz schön ins Geld. Glücklicherweise gibt es Google Scholar. Google Scholar ist eine Suchmaschine, die in der Funktionsweise so einfach ist wie Google. Nur, dass man bei Google Scholar wissenschaftliche Texte findet (oder zumindest wissenschaftlich angehauchte Texte). Manchmal findet man ausschließlich die Titel und kann schauen, ob man diese irgendwo findet. Größtenteils sind aber auch frei zugängliche PDFs hinterlegt, die man anschauen kann. Ein kleiner Hinweis noch dazu: Google Scholar zeigt die komplette Zitation an – man muss nur auf die Anführungszeichen klicken und schon bekommt man die komplette Zitierung.


Tipp 3: Schreiben Sie sofort auf, woher Sie die Information haben

Frau Becker hat in ihrer Facharbeit eine schmerzliche Erfahrung gemacht. Zu Anfang hat sie sich nicht aufgeschrieben, wo sie bestimmte Textteile oder Zitate gefunden hat. Am Ende muss sie fast einen ganzen Tag damit verbringen, die korrekten Angaben rauszusuchen und hat dann irgendwann entnervt aufgegeben und ein paar gute Quellen einfach wieder rausgestrichen – wirklich frustrierend. Daher merken Sie sich: Schreiben Sie direkt zu Anfang mit, wo Sie Ihre Angaben haben. Halten Sie die Inhalte doch einfach in Stichpunkten fest. Das hilft auch gleich beim Schreiben.





Tipp 4: Machen Sie sich Stichpunkte – dann haben Schreibprobleme keine Chance mehr

Glücklicherweise ist Frau Becker das schon gewohnt: Sie macht sich immer Stichpunkte im Alltag. Das hat sie bei ihrer Facharbeit ebenfalls gemacht. Zuerst hat sie die Gliederung aufgeschrieben und unter den jeweiligen Überschriften ihre Stichpunkte, welche Inhalte sie in diesem Kapitel unterbringen möchte. Sie hat die Stichpunkte ohne logischen Zusammenhang aufgeschrieben – eher wie in einem Brainstorming. Anschließend hat sie ihre Stichpunkte strukturiert und konnte dann entspannt die Stichpunkte verbinden. Dabei hat sie insbesondere darauf geachtet, dass sie nicht wie in der Pflegedokumentation schreibt – also nicht nur Hauptsätze aneinandergereiht.


Tipp 5: Lesen Sie die Facharbeit mehrmals selbst – und lassen Sie sie lesen

Bei der Erstellung der Facharbeit war es Frau Becker auch wichtig, dass der Text schön zu lesen ist. Darum hat sie ihren eigenen Text mehrfach gelesen und immer wieder ausgebessert. Dabei hat sie insbesondere darauf geachtet, dass sie Nebensätze verwendet und die einzelnen Abschnitte sinnvoll miteinander verbunden sind. Zum Abschluss hat Frau Becker zwei Personen gefragt, ob sie die Facharbeit gegenlesen. Eine Person war fachfremd – also nicht aus der Pflege. Diese Person hat vor allem auf Verständlichkeit und Sprache (Rechtschreibung, Grammatik) gegengelesen. Die zweite Person („vom Fach“) hat auf inhaltliche Korrektheit gelesen. So konnte Frau Becker eine perfekte Facharbeit abliefern.






Fazit: Einfache Tipps und die Facharbeit läuft gleich viel entspannter

Sie haben gesehen, dass die Facharbeit mit ein paar einfachen Tipps schon viel entspannter läuft. Wir wünschen Frau Becker und Ihnen eine gute Weiterbildung und viel Spaß mit Ihrer Facharbeit.


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