Wie verhalte ich mich bei einem Notfall?

Pflegende können im Berufsalltag schnell mit Notfallsituationen konfrontiert werden. Das Universitätsklinikum Münster hat ein Schulungskonzept entwickelt, mithilfe man in diesen Situationen gleichzeitig schnell und dennoch strukturiert handeln kann. Ziel ist die bestmögliche Vorbereitung der Mitarbeitenden auf Notfallsituationen und damit die Verhinderung bzw. Minderung möglicher Schäden für die Pflegebedürftigen.

Bei Notfällen mangelt es häufig nicht an dem notwendigen Wissen, sondern viel mehr an der Umsetzung des Wissens in der Realität. Um dem entgegenzuwirken wurde ein standardisierter Algorithmus entwickelt, an dem sich Handlungen in Notfallsituationen orientieren sollen. Der Algorithmus kann mithilfe einfachster Mitarbeiterschulungen von jeder patientennahen Berufsgruppe erlernt werden. Es handelt sich um den ABCDE-Algorithmus:

A – Airway (Atemweg)

B – Breahting (Atmung)

C – Circulation (Kreislauf)

D – Disability (Neurologischer Status)

E – Expose (Bodycheck)

Zu jeder der fünf Stufen gehören sowohl Untersuchungen, die durchgeführt werden müssen als auch entsprechende Maßnahmen. Bei dem Atemweg soll der Mundraum auf Schwellungen, Flüssigkeiten und Fremdkörper kontrolliert werden. Die passende Maßnahmen sin bspw. Den Kopf zu überstrecken oder den Mundraum auszuräumen bzw. abzusaugen.

Bei der Atmung sollen Frequenz, Tiefe, Arbeit und Atemgeräusche überprüft werden. Notwendige Maßnahmen können hier die Gabe von Sauerstoff oder eine Oberkörperhochlagerung sein.

Im nächsten Schritt C muss der Puls, die Haut und mögliche Blutungsquellen überprüft werden. Je nach Anzeichen müssen hier äußere Blutungen gestoppt, eine Infusion gegeben oder der Oberkörper anders gelagert werden. Wichtig zu beachten ist, dass der Oberkörper bei flachem Puls tief zu lagern ist und bei starkem Puls hoch.

Beim neurologischen Status (D) müssen die Vigilanz, die Pupillenreaktion und der Blutzucker überprüft werden. Außerdem soll man den Face-Arm-Speech-Test durchführen. Notwendige Maßnahmen sind je nachdem die stabile Seitenlage oder eine Glukosezufuhr.

Im letzten Schritt (E) soll der Körper auf äußerliche Verletzungen, Fremdkörper oder Hauterscheinungen untersucht werden. Notwenige Maßnahmen kann die Entfernung von Allergenen oder von Fremdkörpern sein.


Quelle: Hülsmann, P. und Hackmann, C. (2019). Im Notfall schnell und strukturiert handeln. Die Schwester der Pflege. 12 / 2019, S. 22ff.

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