Prozess im Pflegebetrug startet

Mit dem ambulanten Pflegedienst ,,Fenix“ wurden die Krankenkassen um circa 3.3 Millionen Euro betrogen. Vor dem Augsburger Landgericht müssen sich ab den 14.04.2021 drei Frauen sowie zwei Männer verantworten. Vorgeworfen wird ihnen banden – und gewerbsmäßigen Pflege – Betrug.

Bei einer Razzia am 23.10.2020 wurden knapp sieben Millionen Euro Bargeld, Rolex Uhren, Goldbarren und Schmuck sowie Akten und Datenträger beschlagnahmt.


Wie kamen die Angeklagten zu ihrem Geld?


Die fünf Angeklagten haben ihre Firma über einen sogenannten Strohmann (Hintermann) gegründet. Dieser soll jedoch von der Angeklagten Julia L. geleitet worden sein. Aufgrund eines verurteilten Pflegebetrugs in der Vergangenheit konnte Julia L. nicht selber einen Pflegedienst gründen.

Den Angeklagten wird vorgeworfen Leistungen abgerechnet zu haben, welche nicht erbracht wurden. Außerdem wurde mit Versicherten eine 24 – Stunden – Pflege abgeschlossen, obwohl diese laut Vertrag mit den Kassen nicht erlaubt war.

Verschleiert wurde der Betrug, indem man die Überprüfung des Pflegedienstes durch den medizinischen Dienst der Kassen (MDK) systematisch manipuliert hat. Des Weiteren wurden Patienten, laut Anklage, gegen ihren Willen mit Beruhigungsmitteln ruhiggestellt, so dass diese bei der Überprüfung des MDK nicht auf sich aufmerksam machten. Im Gegenzug gab es für Familienmitglieder eine Gegenleistung in Form von Bargeld, Hilfe im Haushalt etc.

Den Angeklagten droht eine Haft von ein bis zehn Jahren.


Quelle: Bayerischer Rundfunk

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